Blumen oder Kampf – Deutsch4U recherchiert
- 7. März
- 3 Min. Lesezeit

Als im Deutsch4U-Kurs (Träger – Starthilfe Hochtaunus, gefördert von der Europäischen Union und aus Mitteln des Landes Hessen) zum ersten Mal über den 8. März – den Internationalen Frauentag – gesprochen wurde, stellte die Kursleiterin Iryna Bondar eine einfache Frage:
Welche Assoziationen verbinden die Teilnehmenden mit diesem Tag?
Die Antworten kamen schnell: Blumen, Geschenke, Frühlingsfreude.
Kein Wunder – die meisten Kursteilnehmenden kommen aus der Ukraine. Dort war der 8. März lange ein gesetzlicher Feiertag. Die Feierlichkeiten begannen oft schon am 7. März mit Veranstaltungen in Betrieben, Organisationen und Bildungseinrichtungen. Männer und Jungen gratulierten Frauen und Mädchen mit Blumen, Süßigkeiten oder kleinen Geschenken. Buffets, Konzerte oder gemeinsame Restaurantbesuche gehörten ebenfalls dazu.
Auch in den Familien wurde der Tag – der 8. März – besonders gefeiert. Männer und Söhne übernahmen die Hausarbeit, kochten und deckten feierlich den Tisch, während die Frauen der Familie mit Blumen und Komplimenten geehrt wurden. In der Ukraine – wie früher in der Sowjetunion – galt der 8. März lange als Fest der Schönheit, Zärtlichkeit und des Frühlings.
Doch seit dem russischen Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 hat sich vieles verändert. Wegen des Krieges gibt es derzeit keine gesetzlichen Feiertage im Land. Zudem wird der 8. März von manchen kritisch gesehen, weil er stark mit der sowjetischen Vergangenheit verbunden war. Andere betonen jedoch, dass der Internationale Frauentag vor allem ein Tag für Gleichberechtigung und Frauenrechte ist.
Genau diesen Hintergrund wollten die Teilnehmenden des Deutsch4U-Kurses genauer verstehen. Gemeinsam recherchierten sie zur Geschichte des Frauentags – unter anderem auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung mit Artikeln und kurzen Videos. Das war eine Herausforderung, weil das Thema sehr komplex ist und einen großen Wortschatz erfordert.
Dabei erfuhren sie, dass die Geschichte des Frauentags bereits 1908 in den USA begann. In den folgenden Jahren verbreitete sich die Idee in Europa, und 1975 wurde der Tag von den Vereinten Nationen offiziell als Internationaler Frauentag anerkannt. Von Anfang an ging es dabei um zentrale Forderungen: Frauenrechte, Wahlrecht und gesellschaftliche Gleichberechtigung.
Auch heute sind diese Themen weltweit aktuell. Die Vereinten Nationen rufen deshalb weiterhin zu mehr Engagement für Gleichstellung auf – unter dem Motto 2026: „Rechte. Gleichberechtigung. Handeln. Für alle Frauen und Mädchen.“
Die intensive Beschäftigung mit dem Thema hat bei den Kursteilnehmenden viele neue Gedanken ausgelöst. „Wir sehen diesen Tag jetzt in einem ganz anderen Licht“, sagte eine Teilnehmerin.

Ihre Ideen setzten die Frauen kreativ in einem Plakat um, das sie beim Frauenfest in Steinbach präsentierten. Die Veranstaltung, organisiert vom Stadtteilbüro Soziale Stadt, Koordinatorin Bärbel Andresen, in Kooperation mit „Cafe Wohlzeit“, Jobcenter und „Buntes Steinbach“, fand am 7. März 2026 im Bürgerhaus statt. Auch Starthilfe Hochtaunus beteiligte sich als Kooperationspartner.
Durch ihre aktive Teilnahme an Vorbereitung und Durchführung des Festes zeigten die Kursteilnehmerinnen nicht nur ihre Kreativität und ihr Engagement im Gemeindeleben – sie nutzten zugleich die Gelegenheit, ihre Deutschkenntnisse praktisch anzuwenden. Ein gelungenes Beispiel für Integration im Alltag.
Am Ende waren sich viele Teilnehmerinnen einig: Im nächsten Jahr werden sie ihren Freundinnen zum Frauentag gratulieren – aber mit einem neuen Verständnis für die Geschichte und Bedeutung dieses Tages.
Denn dass Frauen heute in Europa viele Rechte genießen, ist keine Selbstverständlichkeit. Dafür haben Generationen von Frauen – und auch viele Männer – lange gekämpft. Dafür sind wir sehr dankbar.
P.S. Wenn Sie Ihre Deutschkenntnisse verbessern und solche interessante Themen besprechen möchten, sind Sie im Deutsch4U-Kurs herzlich willkommen. Die Unterrichte finden vormittags und nachmittags in Steinbach statt. Die Kontaktperson: Iryna Bondari.bondar@meine-starthilfe.de
KursleiterinIryna Bondar


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